Sonntag, 19. Juli 2015

Dienstag_14_Juli_2015_Zürich_Cafe_Gloria_Josefstrasse_59_19_22_h


MalLisa, catain_fantasy, phi-phi, spy-there (von Links)

An diesem Dienstag Morgen titelten die Medien das Resultat eines denkwürdigen Verhandlungsmarathons von 17 Stunden in Brüssel: Es soll keinen Grexit geben. Europa atmete hörbar auf und die Kanzlerin hatte ganz kleine Äuglein als sie das Ergebnis bekannt gab. Es wurde gerungen um diesen Beschluss, kein Zweifel, und den Griechen wie Europa sei gewünscht, dass bald wieder bessere Zeiten kommen. Obwohl von spy-there angekündigt, hielt sich unsere Diskussion über die Convention in Athen im 2016 am meetup in Grenzen, niemand schien gross Lust zu haben nach Griechenland zu reisen im Moment, wir dürfen gespannt sein, wie sie die Sache dort angehen, und wer alles kommt, am Freitag, den 22. April soll es soweit sein. Ob man dann immer noch Bargeld mitnehmen muss? Wir werden sehen. Hier schon mal den Link zur bookcrossing-Seite:

Am Abend an unserem meetup kam unsere phi-phi mit vielen tollen Büchern und Sachen, die sie weggibt, weil sie erst nach Thailand in ein Art Kung Fu Schulungszentrum geht, dann (zur Erholung?) nach Neuseeland...sie wird also eine ganze Weile weg bleiben, will jedoch einen Blog schreiben, damit wir wissen, wie es ihr so ergeht in fernen Welten..
phi-phi

Es waren da: phi-phi, spy-there, MalLisa, manuma, captain_fantasy, yamori und tarant sowie storm0103 mit Ursula, die sich interessiert für unsere Runde, und hoffentlich auch bald ein Profil macht. Dann, oh Wunder, zeigte sich lotta_torkel nach langer Abwesenheit wieder einmal, charmant wie immer, und ja, Liebe lotta_torkel, manuma hat jetzt ein Tablet, gell, und ist wieder in ;-)
Wir schwatzten über dies und das, nur nicht über die Landwirtschaft. Das nächste meetup könnten wir wieder in ihrem Schrebergarten machen, was ich diesmal nicht verpassen möchte.

Auch storm0103 ist leider ein viel zu seltener Gast, weil sie immer arbeiten muss an einem Dienstag und nicht weg kann, ausser heute, weil sie Ferien hat. Ursula, ihre Begleiterin wird gleich vom mir bekniet, ein Profil zu machen, also auch bookcrosserin zu werden, es würde jedenfalls zu ihr passen, wie ich fand.

lotta_torkel

Der Tisch bog sich mit Büchern und Sachen, irgendwie ging es mit den Getränken und dem Essen, spy-there brachte eine Schachtel Luxenburgerli von Sprüngli, die genüsslich von allen verputzt wurden.http://www.spruengli.ch/luxemburgerli.html


Es war ein wunderschöner warmer Sommerabend, wir genossen es, draussen sitzen zu können bis 22h. Der Wirt, nett wie immer, liess uns sitzen, wir waren wieder mal die letzten Gäste, die sein Lokal verliessen. Wir hatten dieses Mal Mühe, alle Bücher auf shelf zu bringen, da es so viele waren.
Das oberste Shelf wackelte schon bedenklich und ich weigerte mich, noch ein einziges Buch dort hinauf zu stellen, weil ich echt Angst hatte, es könnte herunterbrechen, tat es aber nicht, weil ich einmal mehr eine grosse Reisetasche voller Bücher zum aussetzen mitnahm, v.a. die Shelfhocker mussten ihr geruhsames Hocken aufgeben und wurden in die Wildnis entlassen, netterweise in einer schützenden Hülle von tarant.
tarant & yamori

Mit yamori unterhielt ich mich dann doch noch über die Geldkrise in Griechenland, erinnerte mich an 1980, als damals die vielen Zitronen im Obstgarten am Boden lagen, und mir der Einheimische auf meine Frage, weshalb die nicht aufgelesen werden, antwortete: Es rentiere sich nicht. Geschockt über diese Verschwendung guckte ich wohl etwas „ghüslet“ aus der Wäsche. Heute, so höre ich, verteilen die Obstbauern dort ihre Früchte an Bedürftige, weil die Leute kein Geld mehr haben oder weil sie wegen der EU-Sanktionen kein Obst mehr nach Osten liefern können. Diese Verluste sollen bereits in die Milliarden gehen, ja, €uros, nicht Hosenknöpfe. Dafür könnten die Schweizer mehr Käse ausführen, was auch nicht so toll ist, weil der ja stark subventioniert wird und die Bauern schon nicht mehr wissen wohin mit der Gülle. 
Phi-phi mit Luxenburgerli

phi-phi wurde von allen umarmt und mit vielen guten Wünschen verabschiedet. Wir sehen sie hoffentlich irgendwann wieder an einem meetup im Gloria und wünschen ihr Glück auf ihren Reisen. Am 30.sten dieses Monat solls los gehen.

Mit der treuen MalLisa dann heim zu spy gefahren, mit etlichen Papiersäcken und dem grossen Rollkoffer voller Bücher - solche, die nach Hause mitkommen und solchen, die in Zürich ausgesetzt werden.
Themenrelease Kirche und Brunnen Höngg
Beim Eingang Brocki Fahrweid
Am nächsten Morgen dann zu MalLisa brunchen, dann auf dem Weg zum Brocki Fahrweid bei der Kirche Höngg angehalten für ein Themen- und blue-book-release, dann beim Brocki noch ein Buch ausgesetzt, dann zur Werdinsel baden, was toll war.
gegen Abend, 15.7.15 auf der Werdinsel


Dort auf dem PP diese schön restaurierten Trabi entdeckt.
Der Trabi





yamori hat auf dem shelf ein Buch über Eisenbahnen gefunden, und ich dann im Brocki Fahrweid 3 Bildbände über Eisenbahnen, ein Silva Buch und eines über die Rhätische Bahn, dann noch einen richtigen Wälzer, Bahnsaga Schweiz. den ich unmöglich hätte schleppen können, und der hier zu haben wäre: http://www.sinwel.ch/shop_artikel.php?VID=Ht0IW8HSLnTUi9o9&saSearch[category]=Eisenbahnen
Ausserdem wusste ich nicht, ob yamori diese Bücher nicht schon besitzt, deshalb wurden sie ins Gestell zurückgestellt. Hier ein Link zu Eisenbahnbüchern:http://www.sinwel.ch/shop_artikel.php?VID=Ht0IW8HSLnTUi9o9&saSearch[category]=Eisenbahnen
p.s. Irgendwo müsste hier im Stübchen noch ein älterer Bildband über die Appenzeller-Bahnen umherwesen, aber wo?

lotta_torkel wieder einmal zu sehen war erfreulich, und traurig, phi-phi in die weite Welt ziehen lassen zu müssen.... wir hoffen, dass ihr nichts ernsthaft Ungutes passiert und halten die Daumen, dass sie gesund wieder zurück kommt. Lass hören von dir phi-phi!!!













Freitag, 19. Juni 2015

Die kleine Welt der BookcrosserInnen


 Liebe Marja-Leena,

am letzten Treffen der facebookcrossers in Zürich kam es zu einer Überraschung. Ein älterer Herr, dessen Bookcrossingname „Pontikka“ lautet, zeigte sich zum ersten Mal bei uns facebookcrossers. Sein Pseudonym: Järki Ruoka, das Du unschwer erkennst als Finnische Begriffe. Järki ist zwar Schweizer, hat aber 10 Jahre in Finnland gelebt und war dort auch verheiratet..in Joensuu. Nun, um es kurz zu machen, er kennt auch die DalMasos, war sogar mal bei ihnen zu besuch, weil seine damalige Frau fand, er wolle sicher wieder einmal schweizerdeutsch reden, und sie deshalb Schweizer suchten in der Nähe...sowas gibt es, die Welt ist klein.
Wenn du also nächstes Mal oben bist, dann frag doch Riita und Andrea, ob sie sich an HRW erinnern können, was wirklich lustig wäre...

Wir freuten uns Alle über den neuen facebookcrosser, der sich auch gleich heimisch fühlte mit uns - Wie meist, waren der harte Kern von spy-there und MalLisa und captain_fantasy anwesend, die Du ja schon kennst, und dann auch Phi-Phi, die bei MalLisa und mir ein offenes Ohr für ihr Sorgen und Nöte fand.  Sie ist in ihren 20igern, IT-Spezialistin mit 2t-bestem Abschluss von ihrer Klasse und hat neonfarbene Haare. Und ja, vorletztes Mal, als mich MalLisa nach Hause fuhr in ihrem neuen Ford Mondeo, sagte ich: „Es ist unglaublich, wie bei uns so verschiedene Menschen, auch im Alter so unterschiedliche, zusammensitzen können, und das über längere Zeit, wo sich doch sonst die Gesellschaft immer mehr atomisiert, sich Sekten und Grüppchen bilden, die kaum noch mit anderen verkehren...“ Und was sagt mir Phi-Phi das letzte Mal? Genau das Gleiche. Sie findet es auch unglaublich, dass wir über mehrere Stunden miteinander quatschen können, obwohl wir zwei, drei Generationen auseinander sind....ich glaube, es ist, weil wir noch jung im Herzen sind, wir sind nur aussen alt....
Unser meetup vom Mai 2015

Ich hoffe, es geht dir einigermassen gut mit deinen Kindern, und den Märkten, und du kannst ab und zu auf die Insel ausspannen. Bitte richte Pekka einen lieben Gruss von mir aus. Es ist schade, dass ich dieses Jahr nicht kommen kann, aber ich muss hier mal etwas fertig nähen und malen, das sonst immerzu liegen bleibt. Im Herbst fahre ich wieder nach Wien für eine Woche, du bist herzlich eingeladen mitzukommen, falls dir die Zeit vom 6-12. Oktober passt.
Aussicht vom Park in Richtung Oxford
Meine Woche in England war wie erwartet intensiv, bin viel gelaufen, vor allem in London, auch an der Convention in Oxford waren wir oft zu Fuss unterwegs; und dann sind wir ja noch einen Tag nach Stonehenge, wo wir die Steine zu Fuss umrundeten. Unser skyring, ein bookcrosser aus Australien, hatte einen Wagen gemietet, mit dem sind wir dann zu fünft dorthin, haben uns am Rückweg derart verfahren, dass wir a) eine Strassenkarte kaufen mussten, und b) das reichhaltige Büffet im Speisesaal vom St.Hildas College, wo die Convention stattfand, verpassten...und nein, das Navi war uns keine Hilfe, im Gegenteil, es hatte uns auf Abwege geleitet....
Die drei mitgereisten Grazien 6of8, bludanzer22, und discoverylover (von links)

skyring fotografiert sein Maskottchen in Stonehenge
manuma has seen the stones

auf dem Weg zu den Steinen
An der Convention nahmen fast hundertachtzig Leute teil, alles begeisterte LeserInnen aus fast allen Weltecken, aber hauptsächlich aus Europa, Australien, und USA. Auch hatten wir tolle ReferentInnen, allen voran die bekannte Krimiautorin Anne Granger
Alte Bäume im Park von St. Hildas College
Es war einfach fantastisch dort. Das Gelände von St. Hildas, einem ehrwürdigen alten College (ursprünglich nur für Frauen), liegt in einem äusserst gepflegtem Park mit altem Baumbestand, und einer bilderbuchartigen Aussicht über ein Flüsschen auf Oxford. Zum Erfolg beigetragen hat unsere Miss Markey, der hier nochmals ein Kränzchen gewunden werden soll, denn sie hat die ganze Convention gemanagt, und war pausenlos im Einsatz, weiss nicht, wie sie das alles schaffte, immer mit einem Lachen im Gesicht.
Die Morris Tänzer am letzten Tag der Convention
In England waren Schulferien (deshalb konnten wir auch ins College), was aber hiess, dass alle touristischen Orte überlaufen waren, seit Indien sah ich nicht mehr soviele Leute auf den Strassen. An meinem letzten Tag in London bin ich dann noch durch das alte Kensington spaziert, wo es wohltuend einsam war...
schöner alter Baum in Stadtteil Kensington
Am ersten Tag traf ich mich mit meiner Freundin aus Schottland, die extra mit dem Zug kam, damit wir einen Tag miteinander verbringen konnten. (Ihr verdanke ich das Foto mit den Büchern, eine schöne Erinnerung an frohe Stunden). 
London South Bank...manuma im secondhand Bücherrausch ;-)
Auch meinem ersten Wohnort in Belsize Park wollte ich einen Besuch abstatten, dem Hostel für Swiss Girls, wurde aber enttäuscht, da es abgerissen wurde, was schade ist, denn es fügte sich perfekt in das bestehende Ensemble ein, jetzt steht dort eine moderne Wohnanlage aus rotem Brick.
Das Swiss Hostel for Girls, das leider abgerissen wurde...
das alte Zuhause in London 1969
Auch dem Haus an der Glenloch Road, wo ich anschliessend an das Swiss Hostel mit meinem ersten Freund ein Zimmer bewohnte, suchte ich auf, konnte es fast nicht wiedererkennen, da nun alles so schön renoviert ist, nichts mehr von grau in grau, wie ich es in Erinnerung hatte..gleich um die Ecke ist ein feines Cafe mit organic pastries das mir gefiel, der Kaffee war teuer, wie alles in London, aber er war gut und zugleich hatte ich einen Schwatz mit dem Küchenburschen, einem Portugiesen,  der für eine Rauchpause heraus kam. Er meinte, alles sei sehr teuer, auch für ihn, besonders die Mieten seien exorbitant, wie wohl in allen Grossstädten, aber London ist wegen der starken Zuwanderung wohl noch teurer...
Der Flug hin und zurück verlief wie auf Schienen, was immer freut und wir waren rechtzeitig in Zürich, von wo ich direkt zu unserem monatlichen meetup ins Gloria eilte.

Als ich dann nach einer Woche wieder zu Hause war, erwischte mich eine derart schlimme Allergie, dass erst Tabletten halfen, gottlob hat das mein Arzt gleich erkannt, soviel Wasser rotzte von der Nase wie noch nie, was aber mit dem richtigen Medikament sofort aufhörte.
Es waren wunderschöne Tage, von denen nun lange gezehrt werden muss; hoffentlich kann ich nächstes Jahr wieder zu Dir auf die Insel, wo ich mich am besten erholen kann. Habe Järki davon erzählt, und auch von Koli-Berg wo wir den Skilift nahmen, und er sagte mir, dass dieser Skilift aus der Schweiz sei.., das hattest du auch nicht gewusst, nicht? Aber sobald er es sagte, war mir klar, weshalb er mir so vertraut vorkam, und ich erzählte ihm, dass ich nachträglich etwas Skrupel hatte, weil ich Dich einfach da mit schleppte, ohne zu wissen, dass so ein Bügellift für Dich Neuland war...hoffentlich hast Du auch gute Erinnerungen an diesen Ausflug auf den Koli-Berg. 
 
Nun ende ich für heute, hoffe, von Dir zu hören und bitte grüsse Alle die ich kenne herzlich, besonders die DalMasos und Pekka.
Deine Freundin Erika

Freitag, 29. Mai 2015

BlauerBuchTaginKonstanz

Gestern im Schnäppchenexpress nach Konstanz, mit meinem fahrbaren orangen Rucksäckli und ca. 10 oder 12 Krimis im Gepäck und ein blaues Buch für unsere blue-book-release-challenge zum auswildern.
Der Wetterbericht war wunderprächtig und wie die Fotos zeigen, war es leicht diesig aber trotzdem sehr sonnig, ein richtiger Frühsommertag. 
Die Temperaturen am 28.5.2015
Auf der Hinfahrt im Zug - Roggwil-Berg
Dort in Konstanz dann die Überraschung: auf dem neu gestalteten Weg vom Kreuzlingen Hafen finde ich eine bunte Menschenmenge vor, es findet die Internationale Bodenseewoche statt, was viele Interessierte hergelockt hat http://www.bodenseewoche.com/
An der Bodenseewoche drehte sich alles ums Schiff...aber auch Jaccuzzis wurden angeboten..nicht nur für auf die Jacht ;-)

Ich verteile fleissig meine Bücher und hoffe -natürlich- auf einen Journaleintrag. Nachdem alle Bücher verteilt waren, fülle ich den Rucksack mit Sachen, so wie es viele machen: Einen riesen Kopfsalat für 90 Cents, neue Kartoffeln von der Insel Reichenau, Frühlingszwiebeln taufrisch, und einen Knoblauch, ebenfalls frisch. Dann diverse Linsensorten, Rosskastanienextrakt für müde Beine, und etwas gegen Haarausfall...ob es was nützt, werden unsere facebookcrossers auf Wunsch erfahren, aber erst in ein paar Monaten, gell. Beim Seiler an der Seepromenade ein paar dicke Kunststoffschnüre zum basteln gekauft, den facebookcrossers am nächsten meetup im Cafe Gloria wird dann gezeigt, was damit ausser Jachten und Boote anbinden auch noch gemacht werden kann.
Die Vorarlberg fährt in den Hafen von Konstanz...

Dann noch zu Osiander, die Hitlisten angucken, dabei fällt mir eine schöne Karte ins Auge, mit einer Pumamutter und ihren zwei Neugeborenen, die ich versuche abzumalen, weil sehr ssüüss...
Velos, soweit das Auge reicht...

Im Caféhaus, wo ich immer gehe, habe ich eine neue lustige Bedienung kennen gelernt, wir klönten über die überforderten jungen Mütter, und sie erzählte mir Geschichten aus dem Nähkästchen. Ins Gespräch kamen wir, weil eine alte Frau ein halbes Brot kaufen wollte (Es ist eigentlich eine Bäckerei, die aber wunderbaren Kaffee in einer grossen Tasse serviert und das für €1.85), Sie zeigte der Frau das kleinste Brot das sie hatte, und die Alte wollte dieses noch halbiert haben. Sie wollte ein kleines Brötchen, das es hier aber nicht gab. Sie zog ab, ohne das Brot zu kaufen, was wir wirklich seltsam fanden, denn es war so ein längliches Sandwichbrötchen, das eins zwei verdrückt ist...Ich rief, als sie schon halb draussen war, ich hätte noch eine Scheibe Brot bei mir, aber sie war schon weg. Gerne hätte ich mein Büürli mit ihr geteilt. Aber weil gerade nichts los war, und wir alleine waren im Lokal, unterhielten wir uns über die manchmal seltsame Kundschaft und G. (sie verriet mir ihren Namen, aber davon später), ereiferte sich über die jungen Mütter die manchmal kämen und ihre Kinder einfach umher rennen liessen, als wären sie zu Hause. Ein konstanter Ärger, den ich gut verstehen kann. Sie fragte mich irgendwann, woher ich komme und als sie Herisau hörte, schrie sie geradezu vor Begeisterung: Ihr Bruder sei im Gemeinderat hier, ich sage jetzt den Namen nicht, aber so hatte ich noch einiges über diese lustige Familie mit Wurzeln im Süden erfahren, was die Kaffeepause ungemein unterhaltsam machte...



Unterwegs immer fleissig fotografiert, damit man hier auch was zu gucken hat. In Romanshorn haben sie eine neue Lounge direkt am Hafen gebaut, sieht sehr schick aus, und das Essen soll gut sein (was alle sagen). Eröffnung Juli 2015.
Die neue Lounge in Romanshorn, in den Hafen hinein gebaut...

Rückfahrt mit Impressionen aus dem Fenster...
Um 16h30 dann mit dem Schnäppchenexpress wieder heim, wobei mir noch dieses Foto mit den drei gut gefüllten Einkaufswägeli geglückt ist, wobei die beiden anderen etwas hermachen und auch viel mehr Platz haben zum einpacken, als meiner..wo sie die wohl gekauft haben? Sicher auch drüben, im grossen Kanton, und ja, eigentlich NUR Schweizerdeutsch gehört auf der Strasse, und noch ein paar Fremdsprachen, die ich nicht einordnen konnte....zu meiner Beruhigung kann ich sagen, ich komme ja nicht erst seit der Euro so billig ist, ich komme schon seit 15 Jahren regelmässig nach K. weil mir die autofreie Altstadt so gut gefällt. Aber es hatte schon sehr viele Menschen gestern, mehr als sonst, was wohl auch wegen der Bodenseewoche so ist, die noch bis Samstag läuft.
Zwei schöne Einkaufswägeli....

Nun warte ich gespannt auf ein, zwei Journaleinträge...und sonst hatte ich einfach einen tollen Nachmittag mit einer tollen unverhofften Begegnung und gutem Kaffee und echt italienischer Glace.


Freitag, 27. Februar 2015

Buchpräsentationsmeetup 10.Februar 2015


Es war ein denkwürdiges meetup am 10 Februar dieses Jahres, unsere spy-there zählte 26 TeilnehmerInnen. Obwohl ich stark erkältet war, liess ich mir den Anlass nicht nehmen und pilgerte mit meinem fahrbaren orangen Rucksack voll mit Büchern nach Zureich....
Klaus mit seinem Buch.

Habe hin und her überlegt, wie ich dieses denkwürdige meetup in Form bringen soll, und heute morgen hatte ich den Geistesblitz: Ich schreibe aus dem Blickwinkel eines Spitzels, das wird dem Aktivisten und über Jahre vom Staatsschutz überwachten Miklós Klaus Rózsa, bis heute munter und aktiv, und wie spy wohl zu recht feststellte, ein, wenn nicht DAS „enfant terrible“ der Aktivistenszene in den 80igern in Zürich, wohl am ehesten gerecht.

Protokoll Cafe Gloria, Josefstrasse 59, 8005 Zürich. Dienstag, 10. Februar 2015

18h30. Objekt K.R. sitzt an einem langen Tisch und isst, trinkt ein Bier. Seine Frau S.R. Ist auch da, sitzt an einem Nebentisch. Die Anhänger von K.R. ca. 20, belegen ein Drittel vom Restaurant. Einige sind alte Bekannte. 18H40. Eine vollschlanke ältere Frau tritt ein und begrüsst Objekt.
18H45 eine uns bekannte, E.E. tritt ein und begrüsst K.R. Und setzt sich neben ihn. Sie kennen sich von früher, und es wird diskutiert. 19H20 K.R. Ist fertig mit essen. Es sind 26 Leute seiner da.

19h30 K.R. liest ca. 30 Minuten aus seinem neuen Buch, eine Passage, die die Vorgänge von damals behandeln, die Zeit um den Opernhauskrawall, wo auch das Objekt als Kravallant in vorderster Front mit seiner Kamera mitmischte.
20h K.R. Endet seine Lesung und die Diskussion wird freigegeben. Es wird lebhaft diskutiert, auch darüber, wie die Situation heute für die Jungen ist, die demonstrieren wollen. K.R klagt die Polizei der Willkür an - wie immer. Es sei sogar noch schlimmer geworden als zu seiner Zeit. Heute werden die Jungen, die an einer nicht bewilligten Demonstration teilnehmen, erkennungsdienstlich erfasst und zu einer saftigen Geldbusse verurteilt, gegen die es auch keine Rechtsmittel gibt. K.R beklagt diesen Umstand lautstark, unterstützt von seiner Frau S. R., die durch alle Böden zu ihm hält. Auch regen sie sich immer noch auf wegen dem vor kurzem verlorenen Prozess gegen zwei Polizisten, die sie in ihrer Amtshandlung behindert haben und wo ein Richter der SVP Recht gesprochen hat.
Die anwesenden Kumpane unterstützen die beiden in ihrer Aussage wegen angeblicher Rechtsverdrehung vom Richter. Sie gehen in Berufung, was allgemein beklatscht wird.

21h30 Diskussion wird beendet. K.R. bestellt Rotwein und setzt sich zu einer Frau im Rollsstuhl, wo er von der Dicken, die scheinbar erkältet ist, fotografiert wird. Diese hatte auch schon vorher fotografiert (feststellen wer das ist). Weitere TN neben den schon erwähnten sind: E.M., N.S., F.M., R.P., W.B.(genannt Rolandski), M.F., K.N.K., E.B., J.M. (Freund aus U.) Die notorische M.G., und H.S. Soweit bekannt. Habe Fotos gemacht, die morgen ausgewertet werden.
Protokoll endet 21h45

Tja, es war ein bewegender Abend mit den beiden Rozsas, spannend...Wir bekamen einen Einblick in eine Welt, die wir bequemen Wohlstandskinder in der Regel aus dem Weg gehen......dass es keine Rechtsmittel gibt, sich gegen die Staatsgewalt zu wehren, keine Gerichtsbarkeit, die zur Hilfe käme...ausser, man nimmt viel Geld in die Hand, was die meisten nicht haben, und das auch dann nicht zu einer Rechtssprechung führt, wie die Geschichte von Klaus zeigt. Es sei härter geworden für junge AktivistInnen. Was wir gerne glauben, und klar, auch bedauern.
Selber erinnere ich mich noch gut über die Scharmützel, die die Polizei mit den damaligen Aktivisten/Krawallanten, je nach Lesart, um 1980 in Zürich führte. Einmal im Tram den Limmatquai entlang, das warten musste, bis die brennenden Container zur Seite geräumt wurden - durch Tränengasschwaden in Richtung Central - das blieb haften. Wir stiegen an der Rudolf Brun Brücke aus und sammelten ein paar der Gummigeschosse ein, steinharte sechseckige, ca. 4 oder 5 cm lange Teile, die böse Augenverletzungen verursacht haben.

Nach der offiziellen Diskussion erzähle ich Klaus eine Episode aus dem AJZ von damals, dem Autonomen Jugendzentrum, wo heute ein Busbahnhof angelegt ist und wo ich genau zwei Mal war.
Interessiert, wie es dort aussieht, gehe ich hinein und zur Bar, wo eine hübsche junge dunkelhaarige Frau hinter dem Tresen steht. Kann sein, dass ich ein Bier bestellte, erinnere mich nicht mehr an die Konsumation. An was ich mich jedoch noch genau erinnere, war, was die junge Frau mir erzählte:
Eines schönen Tages fährt der stadtbekannte Dealer mit seinem weissen Rolls Royce vor, „weil er mal sehen wollte, was seine Klienten da so treiben“ (O-Ton der Barfrau). Sie hätten dann die Polizei angerufen und gesagt: „Hey, ER ist jetzt da, kommt ihn holen!“ Und was hat die Polizei am andern Ende der Strippe gesagt? „Ihr braucht uns ja sonst auch nicht.“ Die Polizei kam den Dealer nicht abholen, er konnte ungehindert wieder abfahren. Ende der Durchsage.
Das war zu der Zeit, als unsere erste Bundesrätin laut Tages Anzeiger nicht wusste, mit wem sie mit ihrem Mann, dem Rechtsanwalt, zu Tische sass....seinen Geschäftskollegen, die S-Brüder aus dem Libanon. Diese Aussage machte sie unter Druck, nachdem sie zurücktreten musste, weil sie in einem heimlichen Telefonat ihren Mann warnte, dass eine Untersuchung wegen Geldwäsche gegen ihn im Gange sei. Es waren haarsträubende Zustände...

Das zweite Mal war ich dort, als Jango Edwards einen Gratisauftritt gab. Man sass auf dem nackten Boden, doch Jango beklagte sich später, dass die Leute dort undankbar waren, und er sowas nie mehr machen würde...leider verkannte er die emotionale Stimmung der Leute dort krass, denn die waren ersteinmal sehr sehr wütend wegen der Auseinandersetzungen mit der Staatsgewalt, so dass sie kaum offen waren für die derben Spässe des Clowns;...es freut mich aber zu sehen, dass er heute noch aktiv ist - er war echt wild damals - ob er zahmer geworden ist? Hier ein Foto von ihm:
Jango Edwards in Action;-)

Von uns facebookcrossern waren da: Der Papst, captain_fantasy, manuma, spy-there, MalLisa und unsere Linda (die hoffentlich mal bookcrossererin wird) und etwas später kam. Mit Abwesenheit glänzten: yamori und tarant und Ehrentanz. Lotta_Torkels Freund in besten Jahren hat seinen Kampf gegen den Krebs verloren, wir kondolieren an dieser Stelle herzlich und hoffen, dass sie den Verlust irgendwann so verschmerzt hat, dass sie wieder an eines unserer meetups kommmt. Und unserer lieben Elisabeth ist die virtuelle Welt über dem Kopf zusammengerauscht, sodass sie sich zurückgezogen hat, was wir sehr bedauern.
Fotos der facebookcrossers

Am nächsten Tag hatte MalLisa zu einem Brunch bei ihr geladen, wo ich Gelegenheit hatte, das Buch von Klaus etwas genauer anzuschauen. (er hat die mitgebrachten Ex. alle für Fr. 50.- an den Mann, resp. an die Frau gebracht, insgesamt 7 Stück.)
Anschliessend an den Brunch sind wir in MalLisas neuem alten Ford Mondeo ins Brocki Fahrweid, wo wir Jagd auf Schnäppchen und Bücher (manuma) machten. Als wir wieder draussen vor der Tür waren, kamen wir gerade recht zu einen denkwürdigen Szene: Die dunkelhäutige Verkäuferin befand sich in einer lebhaften Auseinandersetzung mit einem Kunden und dieser rief schliesslich in holperigen Deutsch aus: „Du mir jetzt zuhören, ich bin ein MANN.“ Hahhaha. Wir trollten uns von dannen, nicht ohne zu schmunzeln über das überholte und verzweifelte Argument des guten Mannes, der überhaupt keine Chance hatte gegen die mit natürlicher Autorität ausgestatteten Dame am Verkaufstresen dort.

Am Abend mit ein paar neuen Büchern nach Hause grereist. Nächstes Meetup ist am 10.3.15

Weiterführende Links:
Das Urteil von neulich.
Das Buch Miklós Klaus Rózsa von Christoph Oeschger und Christof Nüssli wurde von der Stiftung Buchkunst als eines der schönsten deutschen Büchern 2014 ernannt ( In der Gruppe: Kunstbüchern, Fotobücher, Ausstellungskataloge / 5 ausgewählte Bücher). Herzlichen Glückwunsch!
crowdfunding für Buch
Am Limmatquai bei den Zunfthäusern um 1980

Mehr zur Rebellion in Zürich
http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/als-in-zuerich-die-jugend-rebellierte-1.5823074
Ein Gummigeschoss
Nachtrag:
Bin bei der Rechere zu diesem Text auf noch ein Buch zum Thema Jugendunruhen in Zürich gestossen, den Fotoband von Olivia Heussler, mit einem Text von Stefan zweifel, den ich hier vollständigkeitshalber einfüge.

Montag, 5. Januar 2015

Sylvesterbluebookrelease 2014



Die Sonne dringt durch die Wolken, Juhee!!!
Es versprach, ein sonniger Tag zu werden. Deshalb rasch in den Compi geguckt, ja es hat noch und zur Gemeinde, eine Tageskarte zum halben Preis abholen. Damit pilgert frau mit Maskottchen Stieveli und 5 blauen Büchern im Gepäck nach Laax, um diese anlässlich der blue-book-release-challenge an einem Ort mit Wasser auszusetzen. Dass die Sonne an dem Tag, dem 31.12.14 etliche Mühe hatte sich gegen die Wolken durzusetzen, war zwar angekündigt, doch für Laax hatte die SF Meteo App. nur ein sonniges Sünneli, und zwar den ganzen Tag über...als dann in Chur die ersten zaghaften Sonnenstrahlen den Calanda über Chur illuminierten, kam Hoffnung auf.
es wird hell über dem Calanda

Im Postauto von Chur nach Flims Waldhaus befand sich eine muntere Truppe FrührentnerInnen; dass sie nicht schon den Champagner öffneten, war alles. Die Stimmung hob sich mit jedem Kilometer, da der Himmel sich doch dann und wann in Blau zeigte. In Flims hing eine finstere dunkelgraue Wolke im Gelände, was schade, aber nicht zu ändern war. Dann: je näher wir nach Laax kamen, desto freundlicher wurde das Wetter, und schon schien die Sonne!!
Die graue Wand befand sich hinter uns im Hang, aber in Richtung Tal und Val Lumnezia schien die Sonne, der Wetterbericht hatte also nicht ganz unrecht..
Blaues Buch ausgesetzt in Laax und auch schon einen Journaleintrag erhalten

Rasch ein paar Bücher an Brunnen platziert und ein paar Fotos gemacht, dann an den See hinunter picknicken. Ob die Asylbewerber schon im Hotel Rancho einquartiert sind, wo sich doch der Herr Gurtner so dagegen gewehrt hat, was aber nichts nützte. Wenn frau allein unterwegs ist, hat man Zeit zum Nachdenken. Überall die Katastrophen: Flugzeugabsturz, Flüchtlingsdrama, Fähren die Feuer fangen in der Adria, Bürgerkrieg in der Ukraine, Hungersnöte, Südsudan, prügelnde Polizei die auch Schwarze Jugendliche kurzerhand totschiesst, Randale in Hong Kong und Zürich und dann: Die perfekte Idylle hier; spielende Kinder, Erwachsene die mit ihren PartnerInnen und Hunden am See lustwandeln, in den edlen Ferienvillen und -wohnungen gepflegt speisen, nur der See ist nicht begehbar, das Einzigste was noch fehlte: auf den See hinaus laufen mit Kind und Kegel.
Die schwarze Wolke über dem Flimserstein im Hintergrund das zugefrorene Laaxer-Seeli

Bei einem Brunnen komme ich ins Gespräch mit Herrn C., der Ferienzimmer vermietet. Ja, alles voll. Dachte ich mirs doch. Es herrscht der Eindruck, dass halb Zürich heute hier oben ist, die Leute mussten ja auch lange auf den Schnee warten. Es gab 3 Postautokurse nach Flims: Den Direkten, den Eilkurs, und den Normalen. Später auf dem Weg nach Ilanz hörte ich den Chauffeur über Funk mit einem Kollegen reden, dass der „Chef schnell geschaltet habe und Extrabusse eingesetzt hatte“. Brav. So muss es sein in der Hochsaison. Nach dem Picknick mit Eingeklemmten auf dem bunten Bänkli beim Kinderspielplatz (die alle am gegenüberliegenden Seeufer spielten, ich also meine Ruhe hatte), packte mich die Lust, noch im Brocki in Ilanz vorbei zuschauen. 

Hinter meinem Picknickbank wird gespielt..
die Fahrt nach Sagogn. blick in Richtung Disentis.
Auf meiner Lieblingsroute von Laax über Sagogn nach Ilanz konnte ich ein paar Fotos mit der Sonne drauf machen. Die enge Strasse durch die Dörfer Sagogn und Schluein sind eine tägliche Herausforderung für die Chauffeure. Seit es hier oben einen Golfplatz gibt, werden auch die Autos immer klotziger, was lustig ist, denn die können ja meist nur noch vorwärts fahren, und wenn sie dann wegen dem Bus ausweichen und zurücksetzen müssten, kommen sie ins Schwitzen. Aber der Busfahrer ist Profi, sieht sofort, wo es geht und der entgegenkommende Wagen hin fahren muss und dirigiert die Unterländer zielsicher in die Lücke. 

in Sagogn am 31.12.2014
jetzt aber weg da - das Postauto kommt!
der da weiss nicht wohin, der Postautoschauffeur deutet nach rechts in eine Seitenstrasse...
In Ilanz dann die letzen zwei Bücher ausgesetzt, das allerletzte beim Brocki, wo es jemand an sich nahm, der dort arbeitete, und auch gleich ein Profil machte, was freut. Jetzt müsste er/sie nur noch drann bleiben und nicht wieder einschlafen, gell....
Vor dem Brocki in Ilanz
Unser Zug ist da!
Im Swiss Grand Canyon
dito

Die S-Bahn nach Zürich

Mit dem voll besetzten roten Zügli der Rhätischen Bahn durch den Swiss Grand Canyon nach Chur zurück, von dort die S-Bahn nach Gossau, hat gerade noch gereicht für die Nachrichten um 20h - um 23h war Lichterlöschen. Prosit Neujahr!
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