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Sonntag, 21. Oktober 2012

Gschichterln aus Wean Oktober 2012

Wien war in diesen milden Oktobertagen wie immer eine Reise wert, wenn auch immer mit einem Stück Gesundheit bezahlt, v.a. wegen dem Rauch in den Lokalen, den ich einfach nicht mehr vertrage....und ich deshalb beschlossen habe, dass es jetzt damit endgültig Schluss sein muss, es gibt keine Kompromisse mehr, punktum.
Das Highlight war bestimmt die Lesung von Harald (5schwammerl) mit dem BrohfeZZa Kortanek als musikalische Untermalung am Donnerstag, den 19.10.12 in der Klapsmühle. Unsere Ghanescha kam extra aus Gmunden nach Wien mit dem Zug (brav brav) und war bei Undine1210, die in Wien wohnt, zu Gast, deren Schwester minimonster mit Mann ebenfalls zugegen war. Leider wurde auch hier gepafft aber immerhin hatten wir einen Nichtrauchertisch, wenigstens während der Darbietung.
Dann waren da Haralds Frau Andrea und sein Freund Wolfgang mit Hund Carlos sowie eine ganze handvoll weiterer ZuhörerInnen. Auch die Gäste an der Bar lauschten andächtig.
Die Lesung - mit einmaliger Wiener Atmosphäre!
Wieder einmal hatte ich mich total verschätzt mit den Distanzen in Wien mit der Strassenbahn, bin auch eine Station zu früh ausgestiegen, musste bis zur nächsten laufen, weil mir wieder einmal jemand den richtigen Rat gab (davon noch später mehr). Ich kam dann erst um 20h10 dort an, wo Harald schon ungeduldig vor dem Lokal nach mir Ausschau hielt, aber jetzt war ich da und die Lesung konnte beginnen. Harald erzählte aus seinem Leben, wo nicht alles so lustig war. Wir lauschten andächtig und der BrohfeZZa lockerte die Texte musikalisch mit seiner Gitarre und mit gesungenen Wiener Liedern auf.

Es wurde ein sehr stimmiger Wiener Abend, und wird mir bestimmt noch lange unvergessen bleiben, musste dann allerdings vor dem Rauch fliehen, der war „oag“ für NichtraucherInnen. Ghanescha brachte mir Geschenke mit, zwei kleine bärige Büchlein und eine schöne Bärendose mit feinen Gelierfrüchten (sie kenn meinen süssen Zahn;-)).
manuma wurde reich beschenkt - mit einem unvergesslichen Abend, Danke an Alle die da waren!
Auch ich hatte auch eine ganze Tasche voller Bücher für sie, und freute mich, dass sie das druckfrische Ex, von Bill Bryson noch nicht gelesen hatte, das ich für sie reserviert hatte: „Eine Geschichte von fast allem“. Auch Harald hatte von mir Bücher erhalten, wovon er eines schon gelesen hatte, die anderen aber noch nicht, was uns freute, und wir noch auf einen Journaleintrag hoffen;-)
Der nächste Tag war dann schon der Freitag und die Ladys Night der bookcrosserinnen im Cafe Einstein am Abend auf dem Programm. Über Mittag und am Nachmittag war ich in Begleitung von Claudia, einer alten Freundin von spy-there, die ich anrief und wir uns im Restaurant hoch über der Bibliothek am Urban Loritz-Platz trafen und sie mir ihre Geschichte erzählte. Später spazierten wir zu ihr nach Hause, etwa 20 Minuten und sie machte noch einen Tee und zeigte mir ihre Zertifikate und ihr kleines Hundchen Angie.
Sie lebt schon über 20 Jahre in dieser sehr zentral gelegenen kleinen Wohnung, hatte sie nie aufgeben, auch als sie in Zürich lebte, und liebevoll eingerichtet, ein kleines herziges Schmuckstück.  Spy-there hatte mir ein kleines Geschenk für sie mitgegeben, was mir aber leider im Hostel gestohlen wurde, da ich es aufs Fenstebrett legte um es ja nicht zu vergessen...so gemein. Jetzt muss spy noch eins machen, das ich ihr dann schicke.

Der Lärmpegel im Einstein war gewaltig...frau konnte sich fast nicht verständigen...es war so laut. Laut und voll. Freitag Abend, die Leute vor dem Ausgehen, schon in gehobener Stimmung, und auch hier wurde geraucht, aber göttin gelobt v.a. gegessen, so dass es nicht so schlimm war. Das Separee der bookcrosser war belegt mit einer grossen Gruppe AmerikanerInnen, so dass wir uns nicht recht dorthin getrauten..und vorwiegend im Gastraum blieben. Neben mir sass zum ersten Mal fannynatali, dann war da Amberkatze, curlycat und SabinaLorenz sowie paracinka, die ich auch schon kannte. Ich gab fannynatali noch das englische Angel-Buch von spy für Ghanescha mit, das aus einem rätselhaften Grund nicht an die Lesung vom Vortag mitkam. Aber fannynatali hatte auch noch Engel-Bücher für Ghanescha, so dass es im gleichen geht und sie sie ihr bringt. Ghanescha verriet uns, dass sie mit ihrem Mann nach Australien fährt im November und – klar - auch nach Canberra an die Convention. Für mich ist das nicht mehr zu machen, ausser wenn ich im Lotto gewinne TÄTE und ich erster Klasse fliegen KÖNNTE, wegen meiner Beine. So sieht das halt aus im Alter; (kein Wunder raffen die Alten so, das Leben wird nicht billiger, nur umständlicher und damit teuerer;=;).
Am letzten Tag bin ich dann endlich einmal zum Hunderwasserhaus gepilgert, etwas, das bei mir schon lange auf dem Programm stand. Das Wetter war ein Traum: Blauer Himmel und mild. Und alles voller Touris aus Asien...am fotografieren wie verrückt. Ich auch. Da hat sich ein ganzer Industriezweig etabliert, wenn das der Hundertwasser wüsste, was der wohl zu dem ganzen Souvenierkitsch sagen würde? Habe aber dann doch im „Village“ gegenüber vom Haus einen Kaffe mit Apfelstrudel gekauft, habe mich auf einen Stuhl gesetzt und den Leute zugeguckt, wie sie fotografierten, und natürlich die überladene Ambiente in diesem Verkaufssammelsurium von Läden und Kiosken und zentraler Bar und Restaurants bestaunten.
Wollte weiter zum Museum die Strasse hinab, wurde dann aber kurz davor abgelenkt zu einem Flohmarkt der Katholischen Kirchgemeinde, wo es  hoch zu und her ging...es war kaum ein Durchkommen, so viele Leute waren da. Man hätte meinen können, es gäbe etwas gratis...was sich dann auch bewahrheitete, die Preise waren unglaublich billig aber die schönen Sachen schon weg. Ich kaufte erst ein Taschentuch, um mir den Schweiss abzuwischen, denn es dampfte da drinnen wie in einer Waschküche, es war enger als in einer vollbesetzten Disko. Selbstverständlich wurden die Schnäppchenjäger  auch bewirtet, wie es sich gehört, es war schön, so einen versteckten Hinterhof mit Kirchgemeindehaus zu entdecken, ich hatte Glück, denn sie haben bloss zweimal im Jahr so ein Flohmarkt, im Frühling und jetzt im  Herbst, es war der 20. Oktober. Kaufte für drei Euro einen schicken Korkenzieher, nigelnagelneu, ist wohl nicht zu gebrauchen, aber noch original verpackt und sieht sehr solide aus. (Dachte da am meine Krimifreundin A. in SG, die sich gerne mal ein gutes Tröpfchen gönnt.)
Bin dann doch noch zum Museum gegenüber, aber der Eintritt kostete 12 Euro und es war schon fast 16h, sodass ich zurück ging zum Hundertwasserhaus und dort noch etwas die Leute fotografierte. Dann weiter über die Löwen-Strasse, wo ich zum Fälschermuseum kam, und ich nicht umhin konnte, hineinzugucken; dachte: wann kommst du da wieder vorbei, nicht so schnell wieder, also 4 Euro berappt und mir die Sache angesehen, was die Kunstfälscher alles so fälschten, und dabei den unterschied zwischen Kopie und Fälschung lernte. Wer hätte das gedacht: wieder was gelernt.

Schon ziemlich abgekämpft dann in die Tramway Nummer 1, die mich durch die halbe Innenstadt fuhr, eine sightseeing-tour der Extraklasse wie ich meine und das für praktisch null Geld im herrlichsten Abendschein, zuerst noch zum Friedhof zum Familiengrab Blumen nochmals giessen und Kerzlein nochmals anzünden( gejätet hatte ich schon am Mittwoch), dann zurück zum Hostel, was feines Mitgebrachtes zubereitet und verputzt, dann angefangen zu lesen bis der Nachtzug um 22h am Westbahnhof bereit stand: „Gebrauchsanweisung für Polen“ von Radek Knapp, das ich aus dem Büchergestell vom Hostel habe, und mir sehr gut gefällt, auch wenn Polen in nächster Zeit nicht auf dem Programm steht, aber irgendwann schon, soviel ist sicher.
Im Zug noch einen netten Ungarn kennen gelernt, der in Glarus in der Gesundheitsbranche arbeitet, und ein Häuschen hat an einem See dort unten am Balaton, das er für sich und seine Frau im Alter herrichtet.
Wir hatten tatsächlich etwas geschlafen in der Nacht, sind gut gelaunt aufgestanden, als uns der Schlafwagenschaffner das Frühstück brachte.
So endet eine weitere Reise gut und glücklich und halbwegs gesund (der Rauch in den Lokalen war leider alles andere als zuträglich) - halb bookcrossing, halb privat, wie immer, wenn ich nach Wien fahre. fannynatali sei gedankt, wurde die Ladys-Night ein toller Abend im Cafe Einstein, denn wir konnten uns sehr gut unterhalten, und freue mich jetzt schon auf ein nächstes meetup irgendwo auf dieser schönen (Bücher-) Welt.
-->
Nachtrag: Als ich zusammen mit Claudia in der grossen Bibliothek am Urban-Loritz-Platz den Aufgang zum Cafe zuoberst auf dem Hausdach suchten(sehr schön gelegen und eine tolle Entdeckung v.a. für Bücherwürmer wie mich), fragten wir einen Herrn, der uns kompetent schien, den Weg zu wissen...und tatsächlich, er wusste, dass diese Treppe hier, an der wir standen, hinauf führt, und uns diesen (mühsameren) Weg wies...ich jedoch erspähte den Lift, drückte den Knopf und schon war er da, und ich einstieg. Claudia derweile stieg artig die vielen Treppen hoch über zwei oder drei Stockwerke...und ja, machte so etwas für ihre Gesundheit.
Im Lift war eine junge Frau, die ich fragte: „Ist Ihnen auch schon passiert, dass sie hier in Wien des öfteren eine falsche Auskunft erhalten habt?“ Sie bestätigte es mir und sagte: „Das scheint eine Spezialität der Stadt zu sein!“ Wir lachten
--> als wir oben ausstiegen und ich fragte sie noch, woher sie stamme.....“Aus Bosnien“ wurde mir mit einem freundlichen Lächeln beschieden; und ja, dachte ich bei mir, Wien ist die grösste Stadt vom ehemaligen Jugoslavien, genau so wie Zürich die grösste Stadt der Bündner ist, und daran ist nun gar nichts falsch wie ich finde, -  nur möchte ich, dass wenn die Gefragten die Antwort nicht wissen, mir das auch sagen: „Tut mir leid, das weiss ich nicht, bitte fragen sie jemand anderen.“, und mich nicht absichtlich die steile Treppen hochjagen, nur weil sie finden, dass das die beiden Dickerchen nicht schaden würde.
Claudia auf dem Dach von der Bibliothek am Urban-Loritz-Platz in Wien
Die Moral der Geschichte? Nicht alles glauben, was einem erzählt wird, was scheinbar besonders für Wien gilt.

Dienstag, 14. August 2012

FBC-Meetup und Bookhunt 3 im August 2012

Unsere Marja-Leena aus Finnland
Dieses Mal hatten wir eine Gästin aus dem fernen Finnland zu Besuch, Marja-Leena, und auch Ghanescha aus Gmunden im Salzkammergut, die mit ihrem Ehemann unterwegs war, beehrte uns mit ihrer physischen Präsenz, was freute..und ja, wir konnten draussen sitzen, bis um 22h, nur leicht bekleidet, es war also tatsächlich „Summer in the City“, so wie es im Buche steht. Wir assen und tranken und plauschten, redeten über unsere Bücher, die gelesenen und ungelesenen, und viel zu schnell war die drei Stunden von 19-22h wieder vorbei. Wie meist am Abend wurden wir vom Wirt persönlich bedient, freundlich und zuvorkommend wie immer, und unsere Komplimente, dass er der beste Wirt in Zürich sei, nahm er schmunzelnd zu Kenntnis, er ist einfach sehr nett mit uns älteren Damen.
die Maus wird angeschlossen...

Die fröhlichen Weiber vom Kreis 5
Unsere Ghanescha beehrte uns mit ihrem Besuch

MalLisa und manuma am langen Arm
Die Bookcrossing-Jugend hat sich dieses Mal leider nicht blicken lassen, franaloe weile im noch ferneren Amerika, und lotta-torkel war mit ihrem Velo über sieben Ecken unterwegs, Schade, wir hätten gerne wieder mal was aus ihrem Leben vernommen. Und auch Bücherfranz, den wir einmal zu sehen hoffen, glänzte mit Abwesenheit.
so um 22h vor dem Cafe Gloria
Später hat uns MalLisa wie immer heimgefahren mit ihrem Auto, das ihr zur Zeit etwas Sorgen bereitet, da ständig etwas ist, dieses Mal ein neuer Kühler, ausserdem muss der Wagen vorgeführt werden, was auch noch ins Geld gehen könnte. Wir hoffen jedoch, dass sich die Auslagen in Grenzen halten, und halten die Daumen, denn sie fährt unheimlich gerne und immer noch gut Auto, was wir dann auch bei der Rückfahrt nach H. Erleben durften.

Am Freitag dann die lange erwartete Bookhunt 3, wo wir uns um 17h beim Gloria versammelten, Elisabeth machte auch mit. Zuerst ging es zu einer Weinverkostung im Quartier, ein tolles kleines Lokal, ganz mit Grün überwachsen der Eingang, leicht zu übersehen für Auswärtige. Wir mussten aus vier verschiedenen Rotweinen herausfinden, zu welchen Ländern sie gehören, und ich tippte richtig mit dem Wein aus Italien, was mich sehr freute. Es war alles andere als leicht, und erst als wir alle Weine richtig zuteilten, bekamen wir das Buch. Zum Schluss kaufte sich unser Gast aus Finnland noch eine Flasche Weisswein, der dann später am Abend zum Grillplausch aufgemacht wurde, aber davon später.

Die nächste Station war die Kronenwiese, die Auswärtige wohl kaum zu Gesicht bekommen, wenn sie nicht so wie wir darauf gestossen werden. Eine Idylle, noch, denn, das ist zu erwarten in den nächsten Jahren: http://www.stadt-zuerich.ch/hbd/de/index/hochbau/abgeschlossene_ww/wohnsiedlung_kronenwiese.html
Wir dürfen also gespannt sein, was sich da entwickelt und es war sehr schön und eindrücklich, dass wir das Areal noch so sehen durften, wie es jetzt ist, wir danke spy-there an dieser Stelle herzlich dafür. Das Auffinden des Buches dort gestaltete sich etwas schwierig, wir drehten jeden Stein um, bis wir realisierten, dass das grüne Schäufelchen vom Hühnerhof bedeutete, dass wir graben mussten.... Stellt euch vier älter Damen vor, die da unter den buntbemalten Bauwagen krochen, der als Büro vom Areal dient, beguckt göttingelobt nur von einem kleinen Jungen, der da beim Wasserhahn spielte, und wo sich auch unser Buch befand. Der Plan von spy war aber leider so ungenau, dass wir schliesslich telefonieren musste, weil wir nach einer halben Stunde suchen nicht mehr weiter kamen. Ich wünschte mir, dass spy-there mit uns gekommen wäre, aber eben, sie kennt die Gegend ja schon wie ihre Westentasche, aber trotzdem: Bitte auch mitgehen nächstes Mal.



Die Aktion mit der Buchrettung aus dem Wasser wird von oben bestaunt und verfolgt.

Wer steigt jetzt da hinunter?

Die Hilfe kam in Form eines edlen Jünglings (kaum zu fassen, aber wahr!)
Das Buch wurde evakuiert von den Beiden!


Weiter ging es in Richtung oberer Letten zum „Wagon“. Elisabeth musste mal, und so machten wir einen Abstecher zum Sitz von Roten Kreuz in Zürich, wo es auch ein Gemeinschaftszentrum hat, das aber leider geschlossen war. Wir sassen also da inmitten eines Parks zwischen den beiden Gebäuden, so abgeschieden, und doch mitten in der Grossstadt. Beim Wagon unten (der notabene ein echter alter Bahnwagen aus Berlin sei), schon fast an der Limmat, gab es dann ein kühlendes Bierchen, das Publikum multikulturell und schon in Wochenendstimmung (Die Streetparade war angesagt auf Samstag, mit gegen einer Million Teilnehmenden), und es schien so, als dass sich schon etliche der Gäste warmtranken...wir aber fragten an der Theke nach einem Buch, und bekamen es auch ausgehändigt, wo die weitere Station vermerkt war, die es dann allerdings in sich hatte, fast bekam MalLisa nasse Füsse dabei, denn das Buch war an einem steilen Abhang an einer Schnur direkt in die Limmat versenkt. Hoppla. Wer geht jetzt da runter und holt es. Mutig, wollte gleich unsere Marja.--Leena mit ihren siebzig Lenzen hinabsteigen, ich hielt sie aber zurück, weil es mir graute, wenn ihr etwas zustossen würde, und sie sich einen Fuss vertritt, oder gar in die Limmat fallen sollte, wobei sie gut schwimmen kann. Ich konnte das auch nicht machen mit meinen offenen Schuhen, und ich hätte mir gewünscht, spy hätte gesehen, wie sich schliesslich MalLisa daran machte, die Schnur zu erwischen, wo das Buch dran hing. Aber Gott hatte Gnade walten lassen und schickte ein junges Paar, Französisch sprechend vorbei, der junge Mann sah gleich, dass da Not an der Frau war und stieg MalLisa nach, sich am Buschwerk festhaltend....es wäre filmreif gewesen, wenn ich geschaltet hätte, so habe ich „nur“ Fotos von dem Ereignis, die beurkunden, wie die Rettung verlief. Der edle Ritter half nicht nur MalLisa wieder hoch, er holte auch unser Buch ein, worin der Plan für die nächste Station vermerkt war. spy-there hatte an mich gedacht, und ein paar tolle TCB's in Englisch, also im Original versteckt, die ich mit Freude mitnahm, denn ich möchte ihn nur noch im Original lesen.

Die Badi Unterer Letten um 20h
Es ging dann weiter zur städtischen Badi vom Unteren Letten, wo wir mit einem Schlüssel ein Kästli öffnen konnten, darin ein hochwillkommenes Badetuch, sodass mich nichts mehr hielt, ich mir ein kühlendes Bad in der Limmat gönnte (das Badekleid hatte ich in weiser Voraussicht schon angelegt, bevor wir loszogen).
Inzwischen hatten wir sechst Bücher gefangen und wir waren fertig. Es hätten noch 4 werden sollen, aber da wir schon den ganzen Vormittag im neuen Kreis West verbracht hatten, wo wir auch so gut 2 Stunden auf den Beinen waren, mussten wir schliesslich kapitulieren.
Bestimmt wären es noch versteckte, sehenswerte Plätzchen gewesen, aber es hat nicht mehr sein sollen, wir sind an den halbnackten Asphalt-Amseln am Sihlquai vorbei heim wo wir uns erstmal in spys Garten erholten von den Strapazen.

Der Grillplausch war jetzt angesagt, denn es war schon fast halb Neun. Die bunten Lichter im Baum wurden eingeschaltet, auf dem Grill brutzelten vegane Köstlichkeiten, dem Wein wurde zugesprochen, und Elisabeth plünderte noch ihre Tiefkühltruhe mit feinen Pizzas und brachte Gläser mit eingemachten Sachen wie Artischokkenherzen und ähnliches. Es waren unserer Fünf, Spy-there, MalLisa, Elisabeth, manuma und Marja-Leena, später kam noch lotta-torkel von ihrer Velotour und berichtet kurz, wie es war, gerne hätten wir sie länger bei uns gehabt, aber sie war schon sehr müde, was wir verstanden. Marja-Leena und ich verabschiedeten uns so um halb Elf, wir waren fertig, Marja-Leena konnte kaum noch die Augen offen halten, die andern blieben noch. Unsere Gästebetten waren diesmal beide perfekt, so dass es jetzt zwei bequeme Schlafstellen hat im Dachzimmer.

Die Bookhunt 3 wird mir bestimmt noch lange in guter Erinnerung bleiben, und auch Marja-Leena zeigte sich beeindruckt. Ihr sei in Finnland gesagt worden: Ach Zürich, was gibt es da schon zu sehen......wie falsch diese Aussage war, konnten wir uns doch vom Gegenteil überzeugen: Zürich hat sich unheimlich gemacht in den letzten Jahren, ein neuer urbaner Raum ist entstanden im Westen der Stadt, anstelle vom Maag-Areal entstand der Prime Tower, mit dem Restaurant Cloud im 35 Stock, ein Ort, der sogleich von Menschen belebt wird, und nicht nur von den Anwohnern, und Werktätigen, auch viele Touristen oder Landeier so wie wir, steiften umher, Leute, denen es sichtlich Freude bereitet, sich in den neu geschaffenen städtischen Räumen zu bewegen.

Erste Text-Version, mehr Bilder bald auf Flikr, und baldmöglichst.....

Samstag, 14. Juli 2012

BC-Treffen-Hallstatt im Salzkammergut



Wo anfangen, wenn es soviele Anfänge gibt wie für dieses Treffen? Selber hatte ich den Besuch von Hallstatt für über zwanzig Jahren im Hinterkopf, und als mir dann Ghanescha sagte, dass das diesjährige Salzkammgut-Treffen in Hallstatt stattfinden würde, gab es für mich nur noch ein bedingungsloses „Ja“. Ja, das war DIE Gelegenheit, endlich einmal Hallstatt und das Salzbergwerk zu besuchen, und, um es gleich vorweg zu nehmen: Das Treffen hat alle meine Vorstellungen erfüllt, ja übertroffen.

Nach einer malerischen Fahrt durch das „Red Valley“ (zu diesem Namen mehr später), an der Zugshaltestelle Hallstatt ausgestiegen, die zigfache freundliche Warnung per Lautsprecher im Zug bei JEDER Haltestelle in den Ohren: “Beachten sie beim Aussteigen den Niveauunterschied zwischen Zug und Bahnsteig.“

Dass er dann so gross war, dass man runterhüpfen musste, erstaunte die unbedarfte Touristin dann doch, aber sie war angelangt am Hallstättersee und schon ging es hinab zum kleinen weissen Schifflein, das die Passagiere hinüberbrachte nach dem uralten Hallstatt, wir waren im Original angekommen (für die, die es nicht wissen: (Die Chinesen haben den Dorfplatz originalgetreu nachgebaut, ja in China).

Im Hotel grüner Baum waren am Freitag Abend schon fast alle BookcrosserInnen beisammen, unser Gastliterat mit Frau kamen erst am Samstag, und war eine tolle Überraschung für mich (Davon später mehr).
Aber ersteinmal hiess es Zimmer beziehen im Gasthof Mühle, das auch als Jugendherberge figurierte und selbstgemachte Pizzas servierte. Aus mir unerfindlichen Gründen bekam ich ein Einzelzimmer, mit Frühstück, so günstig, dass ich das hier gar nicht schreiben darf. Das Frühstück war reichlich, eine mittlere Kanne feinen Kaffe, auf weissem Leinen serviert, Herz, was willst du mehr. Nach den heissen Tagen in Wien eine wahre Wohltat, denn es war merklich kühler, also sehr angenehm für meine Begriffe, so um die 22 Grad, wie ich schätze.

Wir machten es uns gemütlich und bekannt im grünen Baum, und stöberten in den tollen z. T. nagelneuen Büchern. Zum Essen wollte ich was Währschaftes und landete im Hotel weissen Lamm, wo es ein 4-Gang-Menu für 12.50 gab. Später dann sassen wie so bis 22h zusammen im Stübchen vom grünen Baum, und bald darnach war allgemeine Bettruhe, denn der nächste Tag hat es in sich.

Der Samstag beinhaltete ein Mammutprogramm: Vormittag Stadtführung mit Frau Magister Barbara Kern, am Nachmittag dann die Bergwerkstour, Abends die Lesung.

Die Führung hatte es in sich. Die Frau war gut, sehr gut sogar: siehe http://www.barbarakern.at/
sie erzählte frisch und fröhlich von der Leber weg, es war ein Genuss, ihr zuzuhören, kein Zweifel, sie war ein Profi, der genau wusste, von was sie sprach. Wir alle schätzten uns glücklich, eine so gute Wahl getroffen zu haben. Sie erzählte uns von den frühen Kämpfen erst der Protestanten im Tal, dann die der Arbeiter, die sich Rechte erkämpften, und sie auch erhielten, sie damit zu stolzen Bergwerksarbeitern machte (deshalb der Über-Name: „Red Valley“), die auch die erste Sozialversicherung hatten, also in vielen Belangen der Arbeiter eine Vorreiterrolle einnahmen.

Das absolute Highlight war dann die Bergwerksführung am Nachmittag. Darauf freute ich mich als alte „Spelunkerin“ ganz besonders.
Pünktlich um halb zwei ging es los, nachdem wir noch etwas plauschten vor dem Hotel und Föteli machten, im Laufschritt hinter Ghanescha her, die wie immer den Turbo-Gang eingelegt hatte, und ich Mühe hatte mitzukommen. Da nicht alle mitkamen, brauchten wir 4 Nasen, um in den Genuss vom Gruppenrabatt zu kommen. Wir trafen am Eingang zum Schräglift auf zwei Paare aus Tschechien mit ihren 2 Kindern, die gerne mitmachten, sodass es losgehen und wir hochfahren
konnten. Droben, nach einer kurzen Wanderung wurden wir erst „eingekleidet“ mit währschaften Übergwändli, farblich abgestimmt auf die Körpergrösse. Anschliessend die bergmännische Begrüssung mir Salz und Schnaps durch unsere Begleiterin, im schicken schwarzen Jöppchen der Bergmannen gekleidet. Die Stimmung war glänzend und alle waren neugierig auf das, was uns erwartet. Oben beim Stolleneingang warteten weitere 50 Leute auf uns, denn es wird gruppenweise eingefahren. Hinein im Gänsemarsch in die dunklen Stollen, die zunehmend enger wurden, und alle nur mit Holzträmel und Brettern gesichert sind. Immer wieder wird uns in Ausbuchtungen erklärt wie diese 30 Kilometer Stollen entstanden sind, und weshalb. Die Highlights waren sicher die Bergmannsrutschen, die allerdings nicht von allen goutiert wurden, einige zogen es vor hinab zu laufen. Todesmutig folgte ich den Anweisungen und rutschte im Höllentempo hinab (34,1 km), und habe es gut überstanden.
Es gab Leute aus aller Welt, auch verschleierte Frauen mit ihren Männern und Kindern waren dabei, wie ich staunend zur Kenntnis nahm. Zum Schluss noch die Fahrt mit dem Bergmannszügli hinaus ans Tageslicht. Allenthalben sind erleichterte Gesichter auszumachen. Alles gut gegangen. Was denn sonst. Das Wetter war abwechselnd heiter, dann wieder bewölkt, ideal für so einen Ausflug.

Unsere Gruppe löste sich auf, und ich wollte noch zum Turm den die Habsburger schon früh zur Sicherung des Bergwerks gebaut hatten. Dort war der von Frau Kern versprochene Blick auf Hallstatt am imposantesten: Es ging grad hinunter und wurde auch ausgiebigst gefötelet von den Heerscharen von Chinesen die in Gruppen oder auch vereinzelt das Gebiet heimsuchten; schon seit 10 Jahren, wie mir mein Wirt versicherte. Es war schliesslich kurz nach 17h als ich die Bahn hinunter ins Tal nahm, gerade noch genug Zeit, um ein Mahl einzunehmen, bevor es weiter geht mit der Lesung.
-->
Die Lesung mit Harald Pesatas Geschichten aus den Wiener „Beisln“ waren vor allem hörenswert. (und als Eistimmung eine kleine Geschichte von Rosenblatt mit einem Frosch, der zwar Prinz werden wollte, aber nicht geküsst wurde). Hörenswert weil er die beschriebenen Charaktere quasi im O-Ton vortrug, was äusserst apart klang, der Wiener Dialekt in all seinen Schattierungen erfasste und aufleben liess...ein Hörgenuss der Extraklasse und Trinibell und ich hätten gerne eine CD gekauft, die es aber leider noch nicht gibt.....aber hoffentlich bald einmal, denn so ein Sprechtalent darf einfach nicht verloren gehen, wie ich finde.

Nachgetragen: 
Die Lesung am Samstag Abend hatte es in sich. Harald Peseta, unser Margaretner Margareten und 5Schwammerl 5Schwammerl las uns aus seinem neusten Buch auf Wienerisch vor, das wir uns sehr gerne als Hör-CD wünschten, also trinibel und ich auf jeden Fall. Er modulierte die verschiedenen Charaktere so gut, dass man sie förmlich spüren konnte, er hat genau hingehört, und es waren wohl seine Stammgäste, denn er führte ja lange Jahre ein Beisl an der Siebenbrunnengasse in Wien. Wir sassen bis fast zur Sperrstunde, assen und tranken einen guten Tropfen, und erzählten uns Geschichten. Es war ein gelungener Abend und ausser der Bergwerksführung und der Bootsfahrt das Highlight der beiden Tage. Wir treffen Harald später wieder, aber das ist eine andere Geschichte. Schön, dass ihr Alle kommen konntet, es waren unvergessliche Stunden -  wohl für uns alle wie ich hoffe.. Bilder
Film vom Sonntag am See: vor dem Hotel